Vögel

Mir schlägt auf den Magen, was du gesagt hast. Der Bodensatz in deiner Kaffeetasse besteht wahrscheinlich zu neunzig Prozent aus Sabber. Wenn du dir durch deine langen Haare streichst, dann frage ich mich, wie lange du sie wohl nicht mehr gewaschen hast. Is viel Arbeit, die zu föhnen. Hast du jedenfalls mal gesagt. Ich sage: „Schreib mir doch nen Brief, wenn du drüben bist.“ Du sagst: „Mach ich“, mit einem komisch melancholischen Blick raus aus dem Fenster. Ekelhafte Formalitäten. Die Frau von den Durchsagen hat Schnupfen. Deine momentane Playlist auf deinem iPod besteht aus Silbermond und Xavier Naidoo. Schade eigentlich, denke ich mir und stecke das Gerät wieder zurück in die Tasche. Coole Menschen hören angeblich noch Platten. Endlich ist das Flugzeug da. Nächstes Jahr werde ich diese Gegend selber verlassen. Dich hätte ich mitnehmen können. Bevor du zu deinem Gate aufbrichst, drückst du mir einen flüchtigen letzten Kuss auf die Lippen. Das nehme ich zur Kenntnis. Und doch wird mir in dem Moment, in dem du enttäuscht zu Boden siehst, klar, dass ich am liebsten dabei sein würde, wenn selbst die Freiheitsstatue vor deiner Schönheit in die Knie geht.

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